Berlin ist Stadt der Freiheit und der Entfaltungsfreiheiten, so die Eigenwerbung. Berlin kann aber noch mehr! Wenn alle Mitmachen! — Berlin ist auch die erste Metropole, die Inklusion medial und digital umsetzen kann.
Am Sonnabend, den 13. Juni ist der dritte Inklusionstag in Reinickendorf. Eingeladen wird zu einem bunten Bühnenprogramm, Tanz, Musik und vielen Mitmachaktionen für alle Generationen. Schirmherrin und Bezirksbürgermeisterin Emine Demirbüken-Wegner (CDU) sowie die Beauftragte für Menschen mit Behinderungen, Regina Vollbrecht. Sie eröffnen die Veranstaltung auch gemeinsam.
Bezirksbürgermeisterin Demirbüken-Wegner erklärte dazu vorab: „Für uns bleibt Barrierefreiheit eine Herzensangelegenheit. Deshalb möchten wir unseren Inklusionstag erneut nutzen, um Netzwerke zu stärken und weitere Wege zum Abbau von Barrieren zu finden. Sehr herzlich bedanke ich mich für die finanzielle Unterstützung der Berliner Sparkasse, der GESOBAU AG, der G-Elit Präzisionswerkzeug GmbH, der BOS Spedition GmbH und allen weiteren Sponsoren. Auch dank Ihres Engagements können wir gemeinsam echte Teilhabe feiern!“
Erwartet werden fast 40 Verbände, Selbsthilfegruppen und Hilfsmittelanbieter und andere Akteure, die ihre Informationen, Angebote und Programmbeiträge präsentieren.
Reinickendorfs Beauftragte für Menschen mit Behinderungen, Regina Vollbrecht lädt ein zum Besuch: „Ich danke allen Organisationen, Sponsoren, Künstlern und Teilnehmern, die den Inklusionstag am Rathaus Reinickendorf mitgestalten. Lassen Sie uns gemeinsam feiern und so die Inklusion voranbringen!”
Weitere Informationen:
Pressemitteilung Nr. 2638 vom 13.05.2026
Inklusion ist Lebensqualität für Alle!
Von Michael Springer
Inklusion ist mehr als „Barrierefreiheit!“ — Als Herausgeber der Reinickendorf Nachrichten möchte ich einladen, umfassend über Inklusion nachzudenken — und mitzudenken!
Es geht um Gerechtigkeit und Menschenwürde, und um Chancengleichheit – trotz Handicaps. Es geht um mehr Gemeinsinn und mehr Gemeinwohl, wenn alle Menschen auch sichtbar werden, und sich sichtbar äußern und mitreden können.
Dazu muss auch die Epistemische Ungerechtigkeit in den Blick genommen werden. Sie bezeichnet eine Form sozialen Unrechts, bei der Menschen in ihrer Fähigkeit, Wissen zu äußern, weiterzugeben oder zu verstehen, systematisch benachteiligt werden.
Ein Beispiel soll das aufzeigen: „In Hochhäusern kleben an jedem zweiten oder dritten Briefkasten Aufkleber: „Bitte keine Werbung.“ — Folge: die kostenlose gedruckte Anzeigenzeitung erreicht nicht mehr die ganze Hausgemeinschaft. Oft wird auch gar keine Anzeigenzeitung zugestellt. Für Alte, Kranke, Einsame und für mobilitätseingeschränkte Personen wird damit ein wichtiger Informationszugang und Marktzugang und zum Arbeitsmarkt abgeschnitten.“ — Fatal dabei: auch Teilhabe und Mitbestimmung werden dabei mit eingeschränkt. Die offene Stadtgesellschaft verliert dabei eine wichtige Voraussetzung für Zusammenhalt. Es entstehen Ungleichheiten und Ungerechtigkeiten, die auf Dauer und in der Summe zerstörerisch wirken. Disparitäten entstehen, ungleicher Informationszugang führt auch zu ungleichen Erwerbschancen. Armut und Armutsfolgen sind Ergebnisse von Ungerechtigkeiten und auch von strukturellen Nachteilen, die sich in komplexer Stadtumwelt fast unweigerlich ergeben — aber auch abgestellt werden können.
Voraussetzung ist das Erkennen solcher Mechanismen.
Im von demografischen Wandel und Zuwanderung geprägten Berlin vermehren sich die Anlässe und Ungerechtigkeiten, wenn Inklusion nicht eingefordert wird. — Und genau aus diesem Grund gibt es eine offene Medienebene ohne digitale Hürden in dieser Zeitung. Jedes Thema kann angesprochen und aufgezeigt werden. Eine Politik für mehr Inklusion in der Vielfalt kann beginnen — in ganz Berlin!
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