Seit mehr als 3,5 Milliarden Jahren jeden Sommer das gleiche Spiel: Cyanobakterien entwickeln im Sonnenlicht in Flüssen und Seen eine Massenvermehrung.
Dazu gehören mehr als 2000 offiziell benannten Arten der sauerstoffproduzierenden (oxygenen) Klasse von Blaugrünbakterien aus dem Reich der Terrabakterien.
Je nach wissenschaftlicher Nomenklatur (bakteriell oder botanisch) waren bisher eine ganze Reihe von Bezeichnungen gebräuchlich. Sie wurden als Oxyphotobacteria, Cyanophyceae und als Cyanobacteriia bezeichnet. – Die heutige offizielle bakteriologische Bezeichnung der Klasse ist Chroococcophyceae.
Cyanobakterien sind umgangssprachlich auch als Blaualgen bekannt. Es sind natürlich vorkommende Bakterien. Sie können im Wasser durch grünlich-bläuliche bis türkisfarbene Schlieren, Teppiche auf der Oberfläche oder eine deutliche Trübung auffallen. In manchen Fällen wirken einzelne Bereiche des Sees ungewöhnlich verfärbt.
Gesundheitsgefährdende Cyanotoxine
Einige Arten entwickeln Phycocyanine und Cyanotoxine und sind daher gesundheitsgefährdend für Mensch, Hund und Tiere.
Bei Kontakt mit belastetem Wasser können gesundheitliche Beschwerden auftreten. Dazu zählen insbesondere Haut- und Schleimhautreizungen. Wird Wasser verschluckt, sind auch Magen-Darm-Beschwerden wie Übelkeit, Erbrechen oder Durchfall möglich. Besonders empfindlich reagieren Kinder, ältere Menschen sowie Personen mit geschwächtem Immunsystem. Auch Hunde und andere Haustiere sollten vorsorglich nicht ins Wasser gelangen.
Gesundheitsämter warnen daher, sobald kritische Blaualgenbildung beobachtet wird. Aktuell wird etwa in Berlin Spandau um erhöhte Aufmerksamkeit am Groß Glienicker See gebeten. Es wird empfohlen bei sichtbaren Auffälligkeiten im Wasser vorsorglich auf das Baden zu verzichten und direkten Wasserkontakt zu vermeiden.
Grundsätzlich spielen Cyanobakterien seit Millionen Jahren eine wichtige Rolle im Stoffkreislauf der Erde und sorgen auch für die Freisetzung von Sauerstoff in der Atmosphäre.
Weitere Informationen:
Algen und Badegewässerqualität
Wikipedia: Cyanobakterien
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