Samstag, 26. November 2022
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Amphibienschutz in Heiligensee erfolgreich

Amphibienschutz: Freiwilliger Helfer

Das Aufstellen des Amphibienschutzzaunes an der Sandhauser Straße in Heiligensee hat sich bewährt. Der Amphibienschutzzaun hat den Zweck, die jedes Jahr aus dem Tegeler Forst und dem Naturschutzgebiet Baumberge zur Paarung zu ihrem Laichort an die Havel wandernden zahlreichen Amphibien vor dem Überfahren zu schützen.
Auf der Wanderungsroute bildet die Sandhauser Straße eine große und teilweise tödliche Barriere für die Amphibien, die nur mit Hilfe des Amphibienschutzzaunes und dem manuellen Herübertragen der eingefangenen Amphibien überwunden werden kann. Freiwillige Helfer unterstützen dieses wichtige Projekt.
Im Jahr 2022 wurden im vierten Jahr in Folge Amphibienschutzzäune aufgestellt. Die Zaunkontrollen wurden jeweils für die Hin- und Rückwanderung der Amphibien durchgeführt. Die freiwilligen Helferinnen und Helfern kommen überwiegend aus der Umgebung.

Ca. 2.560 Amphibien konnten in diesem Jahr gefangen werden. Darunter waren auch seltene Erdkröten (Bufo bufo), Grasfröche (Rana temporaria) und Teichmolche (Lissotriton vulgaris).

162 Amphibien wurden am Hinwanderungszaun (Februar bis Mai 2022) gefangen und rund 2.400 Amphibien am Rückwanderungszaun (Mai bis August) — was auf eine erfolgreiche Vermehrung schließen lässt.

Im Vergleich zu den Vorjahren wurden 2022 die höchsten Fangzahlen seit der ersten Aufstellung des Amphibienschutzzaunes an der Sandhauser Straße verzeichnet. Im Vergleich zu 2021 wurden 2022 fast neunmal so viele Amphibien am Zaun gefangen und der Trend rückläufiger Fangzahlen unterbrochen. Auch im Vergleich zu 2020 sind die Fangzahlen um das Dreifache höher.

Diese Entwicklung ist angesichts der letzten Dürrejahre erstaunlich und erfreulich.

Bezirksstadträtin Korinna Stephan (Bündnis90/Die Grünen) sagte dazu: „Noch ist es zu früh, um von einer deutlichen Erholung bei der Amphibienpopulation zu sprechen, es stimmt mich aber optimistisch, wenn sich die Zahlen im Vergleich zu den beiden Vorjahren so positiv entwickelt haben. Hervorheben möchte ich, dass wir an der Sandhauser Straße, im Gegensatz zu anderen Amphibienschutzmaßnahmen, auch die Rückwanderung der Amphibien begleiten. Dadurch werden die Chancen auf eine bessere Populationsentwicklung erhöht. Mein Dank gilt den freiwilligen Helferinnen und Helfern, die die Arbeit des Bezirksamtes unterstützt haben. Ohne Ehrenamt ist ein Amphibienschutzzaun über einen so langen Zeitraum nicht zu betreuen und ich bin froh, dass wir hier viele engagierte Menschen gefunden haben.“

Für die neue Wandersaison der Amphibien in 2023 können sich bereits jetzt freiwillige Helferinnen und Helfer unter naturschutz@reinickendorf.berlin.de melden.