Samstag, 26. November 2022
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Sozialwohnungen: Spitzensubventionen für Bauinvestoren

Wohnungsbau in Berlin

Mehr Sozialwohnungen sollen in Berlin gebaut werden, dafür treten neue Förderrichtlinien in Kraft.

Die im Amtsblatt veröffentlichten neuen Wohnungsbauförderungsbestimmungen (WFB 2022) sollen die die Zahl der dringend benötigten Sozialwohnungen erhöhen. Der Senat von Berlin hat dazu eine außergewöhnliche Anhebung der Fördersätze für die neuen WFB 2022 beschlossen.

Bausenator Andreas Geisel sagte dazu: „Für die Jahre 2022 und 2023 stehen dem Land Berlin jeweils 739 Millionen Euro für die Bewilligung neuer Sozialwohnungen zur Verfügung. Der Neubau-Etat ist einer der größten Einzelposten im Berliner Haushalt. Das unterstreicht den Stellenwert, den der Wohnungsneubau innerhalb des Senats genießt. Wir haben die finanzielle Vorsorge getroffen, um bis zu 5.000 Sozialwohnungen pro Jahr zu fördern. Jetzt geht es darum, dass landeseigene und private Bauherren die verbesserte Förderung zügig in Anspruch nehmen.“

Die Fördersätze steigen – abhängig vom Grundstückswert des geförderten Objekts:

  • im Fördermodell 1 auf bis zu 3.550 €/m² Wohnfläche (im Vergleich zum WFB 2019: max. 1800 €/m²),
  • im Fördermodell 2 auf bis zu 3.050 €/m² (WFB 2019: max. 1.500 €/m²).

Damit können Vorhaben auch in höherpreisigen Stadtlagen wesentlich besser gefördert werden. Der Teilverzicht des Baudarlehens steigt auf 35 % (WFB 2019: 25%) im Modell 1. bzw. wird mit 15 % erstmalig im Modell 2 eingeführt.
Weiterhin gibt es diverse Zuschussmöglichkeiten, darunter auch zeitlich befristete Übergangs-Zuschüsse zur Überbrückung des Wegfalls der BEG-Förderung (Bundesförderung für effiziente Gebäude).

2014 betrug der maximale Mitteleinsatz 64.000 EUR pro Wohnung. Seitdem haben sich Bau- und Grundstückskosten dynamisch weiterentwickelt. In den Modellrechnungen geht die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen für die WFB 2022 von einem Mitteleinsatz von rund 168.000 EUR pro Wohnung im Fördermodell 1 aus.

2014 ist dem Land Berlin der Wiedereinstieg in die Neubauförderung von Sozialwohnungen gelungen. Seitdem wurden nach mehreren Neubau-Richtlinien insgesamt 16.080 Wohneinheiten (WE) bewilligt, davon sind 8.300 WE bezugsfertig. Bei weiteren 4.000 WE erfolgte bereits der Baubeginn.

Baukosten-Vergleich
Laut LBS-Analyse „Markt für Wohnimmobilien“ (Stand: Januar 2021) kostet ein Neubau je nach Region zwischen 1.460 Euro und 2.278 Euro pro Quadratmeter. Bei einem Eigenheim mit 150 Quadratmetern Wohnfläche können sich die Baukosten also um mehr als 122.000 Euro unterscheiden, je nachdem wo gebaut wird.
Berlin verzeichnet stark erhöhte Bau- und Grundstückskosten kosten. Die neue Förderung übersteigt bereits die Baukosten einer typischen Wohnung im Bundesgebiet.

Weitere Informationen:

Mehr Sozialwohnungen für Berlin – neue Förderrichtlinien treten in Kraft