Samstag, 12. Juni 2021
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Badeverbot im Tegeler See: Urzeitbakterien setzen Toxine frei

Tegeler See

Aufgrund der während der Badesaison regelmäßig stattfindenden Beprobung der Wasserqualität an den Badestellen wurden im Tegeler See Blaualgen-Toxine nachgewiesen.
Gesundheitsstadtrat Uwe Brockhausen (SPD) warnte am 1.6.2021:

„Insbesondere im Spülsaum mit angeschwemmten Pflanzenteilen wurde die höchste Konzentration von Blaualgen-Toxinen nachgewiesen, weshalb das Gesundheitsamt nun Warntafeln aufgestellt hat. Insbesondere Kleinkinder sollten nicht an den belasteten Stellen baden. Auch andere Badegäste sollten auf jeden Fall den Kontakt mit den Algen vermeiden.“

Präventiv werden die Uferbereiche der Badestellen nun fachmännisch gereinigt, um eventuell belastete Pflanzen zu entfernen.

Danach warnte das Bezirksamt Reinickendorf am 2.6.2021 auch Hundebesitzer:

„Aktuell sollten sich auch Hunde nicht am oder im Wasser aufhalten. Gestern ist ein Hund kurz nach dem Aufenthalt im Tegeler See wahrscheinlich an einer Vergiftung mit Blaualgentoxinen gestorben. Ein zweiter Hund, der am Uferbereich spielte, zeigte starke Vergiftungssymptome. Hunde halten sich im Gegensatz zu Menschen gern auch in Uferbereichen mit Pflanzenansammlungen auf. An solchen Stellen kann es lokal begrenzt zu erhöhten Konzentrationen von Blaualgentoxinen kommen, die für Hunde eine ernste Gefahr darstellen, wenn sie dort beim Spielen oder Trinken belastetes Wasser oder auch eventuell belasteten Sand aufnehmen.“

Das Bezirksamt Reinickendorf bringt auch in diesem Jahr wieder entsprechende Warnschilder zum Schutz der Hunde an.

Die als Blaualgen bezeichneten Organismen sind eigentlich Urzeit-Bakterien, die bis heute in allen Gewässer zu finden sind. Unter intensiver Sonneneinstrahlung kommt es alljährlich zu Massenentwicklungen der „Cyanobakterien“, die giftige Toxine bilden.

Badeverbot im Tegeler See
Inzwischen wurde sogar ein Badeverbot ausgesprochen. Reinickendorfs Gesundheitsstadtrat Uwe Brockhausen (SPD): „Bitte beachten Sie trotz des schönen Wetters das Badeverbot, um eine Gesundheitsgefährdung auszuschließen. Insbesondere im Spülsaum und im Uferbereich mit angeschwemmten Pflanzenteilen wurde eine hohe Konzentration von Blaualgentoxinen nachgewiesen. Halten Sie vor allem Kleinkinder und Hunde von diesen Bereichen fern, da für sie eine besondere Gefahr durch die Aufnahme der Gifte besteht.“