Samstag, 31. Juli 2021
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„Hermsdorftag“ der Carl-Benz-Oberschule

Hermsdorftag

Müllsammeln war angesagt! Rund 300 Schülerinnen und Schüler der 7. bis 9. Klassen der Carl-Benz-Oberschule waren am 15.6. vormittags in Hermsdorf unterwegs. — Die Aktion mit dem Titel „Hermsdorftag“ diente unter anderem dazu, die Verbindung der Schülerinnen und Schüler zu ihrem Ortsteil zu stärken.
Die Idee zum „Hermsdorftag“ hatten die neuen Schulleiter Thomas Knaack und Patrik Ulrich-Sroka (Stellv.), die seit diesem Jahr neuen Wind in die Schule bringen wollen.

Vom relativ zentral gelegenen Schulgebäude aus, schwärmten die Schülerinnen und Schüler gruppenweise in zuvor festgelegte Gebiete aus. Ausgerüstet mit Mülltüten und Handschuhen sammelten sie in jeweils bis zu sechs Straßenzügen alles auf, was nicht auf die Straße gehört. Die gefüllten Müllbeutel werden über den Schulmüll entsorgt. Einen extra Anreiz gab es auch: Die Gruppe, die den meisten Müll gesammelt hat, bekommt einen zusätzlichen Wandertag für ihre Klasse geschenkt.

Schulstadtrat Tobias Dollase (parteilos, für CDU) lobte die Aktion: „Hier zeigen die Schülerinnen und Schüler, dass sie Verantwortung für ihre Umgebung übernehmen können und wollen. Gleichzeitig stärken solche Aktionen den Klassenzusammenhalt und das Gemeinschaftsgefühl. Da gibt es aufgrund der Pandemie viel nachzuholen.“

60. Jahre Carl-Benz-Oberschule
Die Carl-Benz-Oberschule begeht in diesem Jahr auch ihr 60-jähriges Bestehen, und so sind weitere weitere gemeinsame Aktionen vorgesehen.

Auf dem Schulhof werden die Klassen den Grünschnitt übernehmen und alles selbst auf Vordermann bringen. Das Straßen- und Grünflächenamt des Bezirks stellt dafür einen großen Container bereit.

Für Schulleiter Thomas Knaack passt auch diese Aktion gut zum Leitbild der Carl-Benz-Oberschule, denn BENZ stehe für Bildung, Engagement, Nachhaltigkeit, Zukunft.

„Wir wollen Verantwortung auch für unser Umfeld übernehmen und uns aktiv in Hermsdorf einbringen“, so Knaack.
Stimmen alle Schulgremien zu, dann könnte der „Hermsdorftag“ künftig zu einer neuen Schultradition werden.

Abfall – Kreislaufwirtschaft – Recycling – Upcycling – Re-Use & Co
Projekttage sind gut geeignet, den Übergang in die Kreislaufwirtschaft in Reinickendorf und Berlin voran zu bringen! — Wer blickt eigentlich noch durch, was möglich und sinnvoll ist? Pilotprojekte wie die „NochMall – alles außer neu – Das Gebrauchtwarenkaufhaus der BSR“ sind nützlich, aber die wahren Probleme liegen ganz woanders!
So ist die Verantwortung für die Bauabfall- und Gewerbeabfallentsorgung ganz anders zu regeln, als etwa das „Littering“, die Vermüllung durch unachtsames Wegwerfen von Kippen, Alukappen und Verpackungsresten, oder Grillplatz-Überbleibseln.
Das Dauerproblem Sperrmüll ist eher ein Armuts- und Transportproblem – dazu die vielen Fragen um Hausmüll, Abfalltrennung und Biotonne.

Es gibt eine Riesen-Mängel-Liste!
Die behördliche Kontrolle von Abfall-Schlüssel-Nummern bei tausenden Berliner Kleinbaustellen funktioniert nicht. Zudem fehlen mehrsprachige Informationen in arabischen, osteuropäischen und persischen Sprachen, wie Dari, Farsi und Pashtu. Wie soll man etwa „Entsorgungsannahmestelle“ übersetzen?
Zudem waren viele Abfall-Sachbearbeiter während der Pandemie im Homeoffice!
Die BSR entsorgt ganz Berlin – und hat in 11 Jahren ganze 31656 Follower auf ihrem Twitter-Kanal, der viel Arbeit für 20.654 Tweets und viele Werbegelder gebunden hat.

In Mariendorf landet regelmässig beispielsweise Gewerbeabfall bei einer Papierrecycling-Firma, weil ihr Google-Map-Eintrag mißverstanden wird.
Wenn dann Bauarbeiter mit dem Miet-LKW vorfahren, und vor dem geschlossenen Tor stehen, kommt es zur Notlösung „illegales Abladen!“
Und von Reinickendorf fahren regelmässig LKW mit Gewerbeabfall sonntags durch Pankow, Lichtenberg und Marzahn-Hellersdorf bis nach Senftenberg, obwohl es Gleisanschlüsse und nur kurze Gleislücken gibt.

Wie wäre es, wenn Schüler und Schülerinnen sich bei Projekttagen auch um die Ursachen und die Vermeidung von Problemen kümmern dürfen?