Samstag, 20. August 2022
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Neue Abteilungen für Digitalisierung und Verwaltungsmodernisierung in Berlin

Digitalisierung und Verwaltungsmodernisierung

Von Michael Springer

Die Berliner Verwaltung befindet sich in einem ständigen Umbruchsprozess der Digitalisierung, Modernisierung und Transformierung. In dessen Zeitablauf wachsen die Aufgaben und Arbeitsumfänge immer weiter und werden immer unüberschaubarer. Immer Altgeräte müssen verwaltet und in Gang gehalten werden.

Die Innensenatorin will nun offenbar alles daran setzen, den „digitalen Leviathan“ besser zu regieren.

Zum 1. August 2022 wurde in der Senatsverwaltung für Inneres, Digitalisierung und Sport eine neue Abteilung zur Verwaltungsmodernisierung und -steuerung eingerichtet. Die Digitalisierung und Verwaltungsmodernisierung soll damit auf „zwei Beinen“ stehen:

  • Die bestehende Abteilung V für IKT-Steuerung, Digitalisierung der Verwaltung und Bürgerdienste wird sich zukünftig den laufenden Betriebsaufgaben widmen.
  • Die neue Abteilung wird für die Weiterentwicklung der Digitalisierung und Modernisierung der Verwaltung zuständig sein.

Innensenatorin Iris Spranger sagte dazu: „Damit stellt sich die Innenverwaltung leistungsfähiger und breiter auf, um dem besonderen Schwerpunkt Digitalisierung und Modernisierung der Berliner Verwaltung in dieser Legislaturperiode gerecht zu werden. Mit der Aufteilung der klassischen Aufgaben der IKT-Steuerung und der in die Zukunft gerichteten Modernisierungs- und Entwicklungsvorhaben können wir die Herausforderungen der Modernisierung der Berliner Verwaltung mit der notwendigen Durchschlagskraft angehen. Damit haben wir die besten Voraussetzungen geschaffen, um prioritäre Vorhaben wie den Ausbau der Onlinedienstleistungen für die Bürgerinnen und Bürger unserer Stadt, das 14-Tage-Ziel bei den Bürgerämtern und die flächendeckende Einführung der digitalen Akte in der Berliner Verwaltung umzusetzen.“

Chief Digital Officer steuert Altgeräte, Gegenwart und Zukunft

Als zuständiger Staatssekretär verantwortet Dr. Ralf Kleindiek, als Chief Digital Officer des Landes Berlin, die beiden neuen Abteilungen: „Mir war es wichtig, die gesamtstädtische Steuerung der Verwaltungsdigitalisierung zu stärken, damit uns große Vorhaben, wie die Zentralisierung der gesamten IT beim ITDZ gelingen. Gleichzeitig will ich in der Funktion des „CDO“ die Themen Digitalisierung und Verwaltungsmodernisierung stärker miteinander verbinden und damit die Transformation der Verwaltung steuern. Die beiden neuen Abteilungen leisten dafür einen wichtigen Beitrag.“


Digitalisierung — ein Kofferwort mit dem Zukunftspfad „Verstaatlichung“ und „Intransparenz“?

Grundsätzlich: Das politische Zauberwort „Digitalisierung“ übertüncht das rationale und wirtschaftliche Denken und verhindert vernunftgeleitete volkswirtschaftliche und betriebswirtschaftliche „Systemanalysen.“

Derzeitige Trends der IKT-Technologien vermehren den Energieverbrauch, erzeugen emergente sinnlose Datenmengen und provozieren immer mehr „Unsichtbares.“ — Datenschutz und Bürgerrechte werden ausgehebelt. Es entstehen dabei immer mehr Abhängigkeiten von Datenkonzernen, die nicht nur Daten, sondern auch Bilddaten und Videostreams auswerten, und im bösen Fall in FakeNews und DeepFakes umwandeln.

Ist es ein vernünftiges Zukunftsbild, weltweit über 2.000 Smart Cities zu bauen, ohne inklusive Öffentlichkeit von Informationen? — Können intelligente und soziale Städte ohne Bürger- und Entfaltungsfreiheiten und ohne Pressefreiheit funktionieren? — Wer achtet darauf, dass unsere auf analoge Schrift und Rechtsetzung gegründete Demokratie nicht „wegtransformiert“ wird? — Ist es sinnvoll, mittels Datenökonomien immer mehr wirtschaftliche Wertschöpfung in Plattformökonomien zu verlagern? — Ist der Fokus „Digitalisierung“ und „Verwaltungsmodernisierung“ überhaupt strategisch richtig, wenn es überall in der Metropole Berlin an einer „Modernisierung der Bürger-Staat-Kommunikation“ klemmt? — Ist Zentralisierung überhaupt die richtige Antwort, wenn es künftig um „smart Citizenship“ und „Municipal Partnerships“ gehen muss, um komplexe Synergien und nachhaltige, datensparsame lokale Wertschöpfung zu erschaffen und zu optimieren?

Kontakt: info@anzeigio.de – Stichwort: SmartCity-Audits