Donnerstag, 26. Mai 2022
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Flussgebietsbewirtschaftung der Oberen Havel soll länderübergreifend geplant werden

Havelquellgebiet

Berlin, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und der Bund wollen angesichts angespannter Wasserhaushalte noch stärker kooperieren. Die drei Länder und Bund einigen sich auf ein gemeinsames Eckpunktepapier zur Flussgebietsbewirtschaftung der Oberen Havel.

Der Klimawandel verändert unsere Landschaft. Fünf Dürrejahre haben die Waldbaumbestände und das Bäume in Stadt und Landschaft in Gefahr gebracht. — Flüsse und Seen weisen in vielen Bereichen der Region Berlin- Brandenburg Niedrigwasserstände auf.
Anhaltende Niedrigwasserperioden im Einzugsgebiet der Oberen Havel führen zu einer angespannten wasserhaushaltlichen Situation.

Stauhaltung Spandau zeigt die Entwicklung direkt an
Wie weit die Wasserbilanzen sich verändern, zeigt insbesondere die Stauhaltung Spandau: Während langanhaltender Niedrigwasserperioden kann der für die Schiffahrt notwendige Wasserstand nicht mehr gehalten werden, es kommt zu Nutzungseinschränkungen und Begrenzungen der Frachtmengen.

Klimaanpassung mit insgesamt sinkenden Wassermengen
Inzwischen ist ein langfristiger Trend erkennbar: die Auswirkungen der Klimaveränderungen mit geringeren Niederschlagsmengen, längeren Trockenzeiten und Hitzetagen sorgen für eine sehr viel höhere Verdunstung und ein voraussichtlich sinkendem Wasserdargebot.
Dabei steigt der Wasserbedarf, zum Beispiel für Wasserver- und Abwasserentsorgung, in der Industrie- und Gewerbeansiedlung, und Landwirtschaft.
Dies macht eine planvolle Bewirtschaftung der verfügbaren Wasserressourcen notwendig. Ferner müssen die Anstrengungen zur Grundwasseranreicherung intensiviert werden, etwa durch Waldumbau und auch durch Renaturierung von Moorflächen und Stauhaltungen.

Wasserwirtschaftliche Gesamtinteressen werden im Eckpuktepapier genannt
Die für die Wasserwirtschaft zuständigen Ministerien beziehungsweise die Senatsverwaltung der betroffenen Länder Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und Berlin sowie die Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt (GDWS) sehen es daher als notwendig an, dass die Bewirtschaftung der Oberen Havel abgestimmt und einvernehmlich unter Berücksichtigung aller Interessen erfolgt. In Anbetracht der Niedrigwassersituationen in den vergangenen Jahren ist ein gemeinsames, zeitnahes, frühzeitiges und vorausschauendes Handeln nötig.

Vor diesem Hintergrund haben sich die Länder Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg und Berlin sowie der Bund, vertreten durch die Generaldirektion, auf ein Eckpunktepapier geeinigt, in dem sie sich zu einer engen Zusammenarbeit bei der Flussgebietsbewirtschaftung der Oberen Havel bekennen.

Gemeinsame Bewirtschaftsungsgrundsätze und verbesserte Zusammenarbeit
Die beteiligten Länder und der Bund verständigten sich darauf, gemeinsam Bewirtschaftungsgrundsätze wie Wasserstandsziele und Regeln für die Priorisierung von Wassernutzungen zu entwickeln. Eine Daten- und Wissensbasis soll aufgebaut werden, die zum Beispiel Angaben zu relevanten Wasserentnahmen und -einleitungen, zu Pegelständen und Durchflüssen sowie zur Steuerung der Stauhaltungen und Schleusen umfasst. Weiterhin sollen die Anforderungen und die Ausgestaltung der künftigen Zusammenarbeit konkretisiert werden. Die Bundesanstalt für Gewässerkunde unterstützt die Länder dabei fachlich.

Die engere Kommunikation und Zusammenarbeit im Einzugsgebiet der Oberen Havel soll bereits in diesem Jahr beginnen.