Samstag, 10. Dezember 2022
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Rapsblüte am Stadtrand

Bilder vom Stadtrand: Rapsfeld im Mai

Ende April, Anfang Mai blüht der Raps auf vielen Feldern am Stadtrand von Berlin. Wer gern Fahrrad fährt kann lange Strecken entlang der duftenden grell gelben Felder fahren. Auch Fußgänger und Naherholungssuchende genießen die ungewohnte Aussicht auf ein Meer von gelben Blüten. Je nach Witterung beträgt die Blühdauer einer einzelnen Pflanze etwa drei bis fünf Wochen. Die einzelne Blüte ist aber bereits nach ein bis zwei Tagen verblüht. Die Einzelpflanze hat 20 bis 60 Blüten in einem traubigen Blütenstand, so bleiben die Felder ein wochenlanges Blütenmeer.

Raps (Brassica napus) ist ein Kreuzblütengewächs und eine wirtschaftlich bedeutende Nutzpflanze, die durch Hybridisierung von Rübsen (Brassica rapa) und Gemüsekohl (Brassica oleracea) gezüchtet wurde.

Genutzt werden die Samen vor allem zur Gewinnung von Rapsöl und dem Koppelprodukt Rapskuchen.
Rapsöl steht mit 41 Prozent Marktanteil unangefochten auf Platz 1 der beliebtesten Speiseöle.

Dabei ist Rapsöl erst seit den siebziger Jahren für den menschlichen Verzehr geeignet — ein Ergebnis moderner Pflanzenzucht.

Seit 1974 wurden unter der Bezeichnung Null-Raps (0-Raps) praktisch erucasäurefreie Raps-Genotypen entwickelt, deren Saat einen höheren Anteil der besser verträglichen Öl- und Linolensäure enthält. Die Marke Livio war das erste kommerziell vertriebene Raps-Speiseöl in (West-)Deutschland. Im Jahr 1981 wurde die erste Doppelnull-Rapssorte, die Winterrapssorte LIBRADOR, in die deutsche Sortenliste eingetragen. Bereits 1982 folgte die Sorte LIGLANDOR, und ab 1983 wurden die Sorten LINDORA, LIROPA und ELENA in die Sortenliste aufgenommen.
Nachdem die Raps-Neuzüchtungen zunächst die Verwertung als ernährungsphysiologisch wertvolles Speiseöl sowie als Rohstoff für Speisefette in den Mittelpunkt stellten, ist Rapssaat zunehmend auch als nachwachsender Rohstoff genutzt worden. Ab 2007 wurden drei Viertel des in Deutschland erzeugten Rapsöls zur Erzeugung von Biokraftstoffen oder zur Verwertung in der Industrie verwendet.

Von rund 100 in Deutschland zugelassenen Sorten Winterraps kommen übrigens 15 aus Holtsee, bei Eckernförde. Hier forscht die Norddeutsche Pflanzenzucht NPZ Innovation GmbH nach neuen Pflanzensorten.

Am zweiten Standort in Groß Lüsewitz in Mecklenburg-Vorpommern forscht die NPZ Innovation GmbH mit ihrer „Molecular Breeding Unit“ mit den modernsten methodischen und technologischen Möglichkeiten der Molekularbiologie, jenseits der Gentechnik.
Rapsöl ist heute auch in der guten Küche angekommen: das von UFOP e.V. empfohlene MAI-Rezept „Rote-Bete-Glasnudel-Bowl mit Omelette“ gibt es hier zum Nachkochen zum kostenlosen Download.