Sonntag, 25. September 2022
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Schwammstadt Berlin: Konzepte, Projekte und Bausteine des Stadtwandels

Regenwasserablauf

Das Thema „Schwammstadt* Berlin“ ist zukunftsweisend. Es ist ein neues, auf Nachhaltigkeit und Resilienz ausgerichtetes Konzept der Stadtplanung. Das anfallende Regenwasser im Stadtgebiet ist künftig lokal aufzunehmen und zu speichern. Es ist eine Ressource, zu schade zum kanalisieren und schnellen ableiten. Die Schwammstadt Berlin ist schon im Bau, in vielen Projekten in allen 12 Bezirken werden modellhaft und vorbildlich Bausteine der „Sponge City“´(englisch) geplant und realisiert.

Ein neues Wasserhaushaltssystem wird in der Metropole Berlin entstehen, das den Klimawandel und Extremwetter berücksichtigt und deren Wirkungen auffängt und ausgleichend begegnet.

Überflutungen bei Starkregenereignissen sollen vermieden und verringert werden. Die Vermischung von abfließenden Regenwasser mit städtischen Abwässern wird zukünftig beendet.

In Berliner Altbaugebieten mit Mischwasserkanalisation entstehen unterirdische Stauräume, um den Spitzenabfluss von Starkregenfällen von Oberflächengewässer wie Panke und Spree abhalten zu können.

Grünflächen und bisher versiegelte Straßen, Verkehrsflächen, Parkplätze und Feuerwehrzufahrten werden künftig entsiegelt. Dafür werden eine Vielzahl neue und auch bewährter geeigneter Bauelemente und Bauweisen eingesetzt, die hier in einer Artikelserie vorgestellt werden.

Das Schwammstadt-Prinzip soll das lokale Mikroklima und das Stadtklima verbessern, Dürrefolgen im Boden lindern und sehr hohe Verdunstungsraten im heißen Sommer kompensieren. Vor allem soll das Überleben von Stadtbäumen und Straßenbäumen gesichert werden.

Bauordnung und neue Vorschriften im Umgang mit Regenwasser

In Berlin muss Regenwasser seit 2021 auf dem Grundstück bewirtschaftet werden (siehe im Hinweisblatt Begrenzung von Regenwassereinleitungen bei Bauvorhaben in Berlin (BReWa-BE).

Die bisherige Baunormung und deren Normenziele („schnelle und sichere Entwässerung“) werden neu definiert und neu gefasst. Bisher gilt die in Deutschland maßgebende Norm DIN 1986-100 für die Gebäude- und Grundstücksentwässerung, d.h. bis zur Grundstücksgrenze. Für den öffentlichen Bereich gilt die DIN EN 752. Schwammstadt-Pläne müssen künftig auch grundstücksübergreifend geplant werden, wenn etwa Grünanlagen und Kleingewässer in ökologische Gestaltungskonzepte einbezogen werden sollen. Neues Ziel ist die Wasserspeicherung und lokale Versickerung, auch zur Grundwasseranreicherung.

Regenwasser muss in der Stadt als sehr wertvolle Ressource bewirtschaftet werden!

Seit Mai 2021 wird bei deshalb neuen Bauvorhaben der Einleitung von Regenwasser im Bereich der Mischwasserkanalisation grundsätzlich nicht mehr zugestimmt. Nur in begründeten Ausnahmefällen werden Regenwassereinleitungen durch die Berliner Wasserbetriebe zugelassen und entsprechend den örtlichen Gegebenheiten weitgehende Einleitbeschränkungen ausgesprochen.

Alternativ stehen Grundstückseigentümern nun drei Alternativen der Bewirtschaftung zur Verfügung:

  • erlaubnisfreie Versickerung nach Berliner Niederschlagswasserfreistellungsverordnung.
  • Versickerungserlaubnis (vorhabenbezogene Baugenehmigung
  • Nutzung von Regenwasser als Betriebswasser.

Um die neuen Zielsetzungen künftig stadtweit umzusetzen, wurde die Berliner Regenwasseragentur als Teil der Berliner Wasserbetriebe gegründet, die als Beratungs- und Informationsbörse, Berater, Vernetzer und Dialogplattform für Verwaltungen, Wohnungsunternehmen, Immobilieneigentümer:innen, Planer:innen und Bürger:innen funktioniert.

*) Schwammstadt ist eine Wortmarke (DPMA-Register 302015217206) von bgmr Landschaftsarchitekten GmbH, Dr. Carlo Wolfgang Becker, Prager Platz 6, 10779 Berlin.


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